In diesen langen Jahren der Deckung und des Versteckens. Bleibe doch jeder, wo er ist, richte sich miserabel ein, aber besser eingerichtet als draußen in der Wildnis des Lebens. Wer weiß, was noch kommt. Niemand weiß, was noch kommt. Lieber auf Nummer Sicher gehen. Sicher ist eine Nummer im Zirkus der Gegenwart, die nicht Gegenwart werden kann, da sie Zukunftsängstlichkeit ist. Schön verborgen halten, sich verstecken, mit buchstäblich allem. Vorzeigen nur, was vorzeigbar ist: ein Allgemeines, ein leicht Hinzunehmendes, ein Feiges und Dazugehöriges. Nicht auffallen, nicht anecken. Besser gefallen und vorsprechen, wie gut gelernt die jeweils aktuellen Sätze sitzen, wie klug das Angepaßtsein gestaltet werden kann. Nie etwas anderes erlebt, es war immer schon so, man mußte sehen, wo man bleibt. Ja, wo bleibt man denn, sofern man ‚man‘ ist? Im Versteck, in der Deckung, im Dickicht der Vermeidung. Anstrengend, nervenaufreibend, amputativ. Schlimme Gefühle – abschneiden, untersagen, verbieten. Unerlaubte Gedanken – vertreiben, diskriminieren, sofort davon distanzieren. Gefällig sein, gefallen, fallen. Beginnt zu nerven, beginnt zu behindern. Eine Strategie läuft aus, wirkt antik. Es wird Morgen, es wird Licht. Vorsichtig ins Freie, in die Sonne blinzeln. Gute alte Sonne, hell wie am ersten Tag. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte lautet wie? Gar nicht, nur sagte mir eben jemand, ein wirklich guter Text bestehe aus drei Worten. Hier sind sie: Ich lebe jetzt.
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