februare heißt reinigen. Sagte ich deshalb gestern, daß die Reinheit an der Quelle zu suchen sei? Rinnsal, Bach und Fluß nehmen auf und führen ins Meer. Die Quelle spendet reines Wasser. Der Fluß nimmt auf, was ihm gegeben wird: Abwasser, Kot und Keime, Präparate, Düngemittel, Schlämme, Schwebstoffe, Tierkadaver, Waschmittel, Laugen und Säuren, Altöl, Schmierstoffe, ausgerauchte Kippen, Hormonpräparate, Wrackteile, Euro-Paletten, Autoreifen, Gartenstühle, Bierkästen, Styropor, Blut und Tränen, Gifte. Der Schelm neben mir verstand nicht und fragte: Wie soll das denn gehen – rein werden? An was er dabei dachte, kann ich mir denken. Sicher nicht an Rituale und Kulturen zyklischer Erneuerung und Wiederauffrischung. Sondern und vermutlich an die lineare und ausweglose Anhäufung von Schund und Schandtaten, Sünden und Vergehen, kleineren und größeren Missetaten. Begangen, um etwas für sich selbst herauszuschlagen: bißchen mehr Lust, bißchen mehr Vorteil, ein klein wenig weniger Nachteil und Unlust, und selbst das noch billig und teuer erkauft. Jeder kennt das, ich kenne das. Ein Kopfnicken zur Begrüßung dem neuerlichen Februar.
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