Die Ruhe kam über mich, als ich endlich stehenblieb. Den ganzen Tag über war ich gerannt; ich war sogar gerannt, als ich saß. In mir rannte es die ganze Zeit. Ich lief etwas nach oder vor etwas her – genau weiß ich das nicht. Es war auf dem Heimweg, gestern, da blieb ich in der nebelfeuchten Nacht einfach stehen und ließ mein Gerenne an mir vorbei. Ich weiß nicht, wieweit es ohne mich kam. Ich stand im kegelförmigen Streulicht der elektrifizierten Gaslaternen und sah die Kopfsteinpflasterstraße entlang. Von dort, wohin ich wollte, kam, dem Umriß der Gestalt nach zu schließen, ein Mann auf mich zu. Er schwankte, war vermutlich betrunken. Als wir auf einer Höhe waren, sprach er mich an. Ob ich eine Zigarette für ihn hätte. Ich verneinte und ging weiter. Ich stand nur kurz und atmete durch, zwischen den Laternen und den Häuserwänden, zwischen den eingeparkten Autos und den angeketteten Fahrrädern. Der schwankende Mann war unwichtig, ich erwähne ihn nur, weil er dazugehört. Er war keine Bedrohung, nur ein anderer Mann auf seinem Heimweg, ohne Zigarette, doch mit Lust auf Tabakrauch. Nichtraucher werden das nie verstehen. Ich möchte nicht mehr mein Gerenne sein. Alles Gute ist hier bei mir.
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aufhörn zu rennen ist das schwerste, find ich….
Danke für den Text, er kommt genau richtig