Überall diese Eier 2

Seit Wochen Eier-Parade. Nun scheint sie abgeklungen. Die Eier sind verkauft, die Hasen auch. Morgen werden sie gesucht gefunden gegessen. Anschließend Frühling, fruchtbar wie stets. Mir vergeht die Lust, wenn ich die bunten Eier sehe. Ich stelle mir lieber nicht vor, wie sie schmecken. Dem Osterhasen den Kopf abbeißen, wie zuvor dem Weihnachtsmann. Blick in die dunkle Leere eines ausgehöhlten Körpers aus Vollmilchschokolade. Schokoladenrakete, Schokoladenjesus, Schokoladenpenis. Das Obszöne verkauft und verbreitet sich, bis es überall ist, klebrig und süß wie eine Masse, die ausfließt und keine Grenzen kennt. Dieses giftig Süße, dieses Wehtun an Zunge und Gaumen, dieses Schnuller- und Nuckelhafte unserer abhängigen Existenz. Einmal müssen wir doch kotzen, notfalls mit Bedacht.


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