In den jungen Jahren glaubt man, zu wenig zu wissen, in den späteren, man wisse zu viel. Zwischendrin muß es einen Übergang geben, eine Schleuse, einen Durchbruch – oder einen Transformator, in dem umgespannt wird. Dabei vertieft sich das Wissen ständig, auch durch Wiederholung und Erfahrung, und dringt vor in weitere Bereiche. Auch entsteht Überblick: es gibt erste Aussichtspunkte, später ganze Plateaus. Situationen einschätzen können … handeln. Doch die Bäume wachsen nicht in den Himmel, es bleibt schwierig. Ich wohne meinem Älterwerden voller Neugier bei, mein Interesse reicht. Ich bin stellvertretend, forschend erforscht, eine Versuchsanordnung namens Mensch. Es gibt Dinge, die ich zum erstenmal bemerke. Zum Beispiel nahm ich Wasser früher „einfach so“, als sei es normal, daß niemand über Wasser laufen kann, da es nun einmal nicht fest ist, vielmehr flüssig. Nun erstaunt mich das. Auf dem Wannsee im Februar auf einer Fähre bemerkte ich, wie sehr das Wasser auf Ausgleich bedacht ist. Dieses Bemerken war neu, sanft und berauschend.
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