All dies sind natürlicherweise Skizzen, denn ich sitze hier nicht herum und feile die letzten Feilarbeiten an einem Werkstück ungewisser Wesensart, sondern folge den Sternen und Begegnungen und dem kargen Mond. Mir begegnet dies und das, ich erlebe Menschen zuhauf und täglich und vermag sie zu unterscheiden. Ich bestaune mich für solches Vermögen, und nicht eigentlich mich, sondern die Anlage, den Plan. Es ist schillernd und verstörend, so nah zu sein. Junger Kiffer vor dem Haus, in dem er wohnt. Er grüßt mich, den er nicht kennt, der ich vorbeilaufe, heimwärts. Er wünscht mir einfach so einen schönen Tag noch oder Abend. Vielleicht weil ich lächle und beschwingt bin. Wünsche ich auch, sage ich. Er sagt: Ich habe mir etwas Frischluft verordnet nach der Winterdepression. Lacht. Tatsächlich sieht er blaß aus. Na ja, sagt er, frische Luft … Deutet auf die Urbanstraße, wo viele Autos fahren. Ein bißchen schon und besser als nichts, sage ich. Wir winken uns, ich muß weiter. Feiner Kerl, denke ich. Was er denkt, weiß ich nicht. Er sitzt auf einem Holzstuhl auf dem Gehweg und raucht. Das ist friedlich und gut. Ich gehe vorbei nach einem schönen Spaziergang. Das ist die Geschichte, mir gefällt sie.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.