Sohn eines Vaters

Adam Cohen gehört, zwei Alben, We Go Home und Like a Man. — Sofort bin ich froh, nicht Sohn eines berühmten und künstlerisch bahnbrechenden Vaters zu sein, dessen Schatten so lang ist, daß ich mein Leben lang die Sonne suchen gehen muß und doch nur vereinzelt Lichtflecken finde für mich selbst und mein zartes Streben nach eigenem Wert. Als sei nicht genug davon da, als nehme der Schöpfer dem Geschöpf alles weg. Es ist nicht wie unter Geschwistern: die kämpfen sich ihre Plätze aus, wie auch immer. Aber einen übermächtigen Vater zu haben – das zwingt in Verehrung und gläubige Unterwerfung. Der Sohn als Jünger und Fortfolgender, als einer, der sich dem Vermächtnis unterordnet. Besser, er wäre nicht Singer und Songwriter geworden, sondern Fachjurist für Stiftungsrecht. Wenn Adam Cohen singt, steht sein monumentaler Vater neben ihm, und das für den Rest der Zeit. In jedem Lied seines Sohnes singt er mit, heilige Scheiße.


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