Das muß er selbst tun

Die Liste meiner Dummheiten ist lang. Hinzu kommen die Unerklärlichkeiten, eine entsetzliche Irrationalität. Nicht tun, was getan werden muß – es unter gar keinen Umständen tun. Pure Verweigerung. Ich muß dafür zahlen. Ich bin nicht uneinsichtig, aber ich richte mich nicht nach der Einsicht. Etwas hält mich davon ab. Wonach richte ich mich dann? Deshalb bin ich gezwungen, an ein Schicksal zu glauben, vielleicht an eine Bestimmung, und wenn das zu hoch oder zu mysteriös klingt, an einen eigenen Weg. Ein Weg, der zu mir paßt, auch wenn ich von der Richtung noch immer wenig weiß. Man hat uns gelehrt, Fehler scheußlich zu finden und uns dafür richten und strafen zu lassen. Die schlimmsten Richter sind wir selbst, verhängen gleich noch das Strafmaß: lebenslänglich. Eingesperrt in sich selbst wie in einen Raubtierkäfig. Wie wäre es, aus dieser urteilenden und verurteilenden Betrachtung auszubrechen und das Ganze aus einiger Distanz zu betrachten, aus göttlicher Warte von mir aus. Gäbe das nicht andere Bilder? Es ließen sich die Verstrickungen in den Blick nehmen, besonders die bestürzende Kurzsichtigkeit der Handelnden – des Handelnden, meiner selbst. Ich käme nicht umhin, ein wenig Mitgefühl zu entwickeln, die Hände vors Gesicht zu schlagen und laut zu rufen: Ja was macht der denn da! Kann man ihm helfen?


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