Güter

Die Gespräche über Wetter und Witterung haben hier stets dieses Ironische, getragen von der Gewißheit, daß nichts anbrennt, daß wir sicher sind, daß woanders die Tiere verdursten und notgeschlachtet werden müssen und woanders die Hungersnöte ausbrechen, man woanders stirbt – vor Kameras zwar, aber nicht hier. Die große Hitze macht uns bekannt mit einer Majestät, die wir in den gemäßigten Breiten nicht kennen: mit Lethargie und Apathie, der großen und gerechtfertigten Erschöpfung, in längerer Linie: dem dürren Tod. Ob das die Klimadebatte befeuert, ist mir unwichtig. Ich bin der Meinung, daß wir unseren Lebensstil ändern können, und zwar radikal. Nicht mehr fliegen, kein Auto, wenig Bahn, wenig Besitz, so wenig wie möglich, kein Shopping, keine neuen Produkte, wenn die alten es noch machen, kein doofes Leben wie bisher. Ersatz nicht nötig, wir halten uns an das Echte, das wird schön.


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