Neuland

Lee Child: Tödliche Absicht. Ein Jack-Reacher-Roman. Nach Jahren, ich denke fast schon: Jahrzehnten lese ich erstmals einen spannenden Unterhaltungsroman, verunglimpft (auch von mir) als Lesefutter, als etwas, um die lange Weile zu überbrücken, substantiell wertlos, wenn auch szenen- und figurenreich. Mit derart einfachen Vorstellungen schweben neben mir viele ehemalige oder praktizierende Philologen durch die Gefilde ihrer jeweiligen National- und Hochliteraturen und ignorieren den schmutzigen Rest. Vor kurzem noch habe auch ich mich zu dieser (in Teilen ignoranten) Art lesender Aufmerksamkeit bekannt und werde es demnächst wieder tun. Doch während meiner jüngsten Fahrten mit der Untergrund- und der Vorstadtbahn ist mir Jack Reacher ans Herz gewachsen, und ich frage mich, wie er und seine Mitstreiter es schaffen können, das angekündigte Attentat auf den Vizepräsidenten zu verhindern, allem Anschein nach und der Erzähllogik eines Kassenschlagers folgend in letzter Minute. Zwischendrin unerwartete Wendungen und Überraschungen, wie im großen Kino. Wenn ich die tödliche Absicht wirklich verstanden habe, werde ich mehr berichten, ich bin erst auf Seite 153 von 478. Für mich besteht das Abenteuer auch darin, einen solchen Roman zu lesen, ernsthaft interessiert.


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