Es gibt Menschen, die fragen Wie geht es dir? Kaum fragen sie, fühle ich mich schlecht. Das sind die Zudringlichen. Sie scheinen im Bilde zu sein, woran es fehlt. Ihre Anteilnahme ist von oben herab. Andere fragen ebenfalls – denen kann ich frei heraus sagen, wie es geht; denen kann ich auch sagen, warum es nicht so gut geht und was nicht gut geht – sofern ich weiß, was nicht gut geht und warum. Der Unterschied besteht darin, daß die Zudringlichen auf mich einwirken, mich bessern oder bekehren möchten, auf ihre Seite ziehen – retten … Die Zudringlichen sind die Bekehrten, die bekehren möchten. Sie haben etwas gefunden und wollen, was sie für sich gefunden haben, mit anderen, mit lieben Menschen teilen. (Die lieben Menschen sind diejenigen, die sie mögen und schätzen und schützen möchten.) Das ist ohne Mühe erkennbar. Erkennbar ist auch, daß sie sich vergreifen. Als sei es für sie mit einem Mal schwierig geworden, sich vorzustellen, daß jemand anderes einen anderen Weg wählt, durchaus und mit gutem Recht. Wer benötigt Glaubensgemeinschaft? Es dürfen nicht alle in eine Richtung streben, sonst kippt die Welt.
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