Manchmal hat man einen Zusammenstoß mit dem Türrahmen, bleibt an der Türklinke hängen oder ritzt sich den Handrücken am Schnappriegel. Das ist ärgerlich und kommt überraschend. Manchmal wird dem Wesen das Ich zu klein, dann platzt es aus dessen Haut. Entsetzliche Enge, es juckt und drückt. Das kehrt alle Jahre wieder, dann häutet sich die Schlange. Entwicklung ist ein schönes friedliches Wort, man denkt an Pflanzen (Farne) und Blätter, die sich auswickeln. Evolution aber vollzieht sich in Sprüngen nach vorherigem Spannungsaufbau und Konzentration der nötigen Kräfte. Sie geschieht schmerzhaft und gewaltsam: etwas dehnt sich, wölbt sich, platzt auf, stößt hervor, wächst heraus. Nach dem Schmerz die Entlastung. Ich weiß nicht, wie die Pflanzen empfinden, aber die höher entwickelten Tiere wissen, wovon die Rede ist. Sie durchlaufen etliche Stadien solcher Revolution.
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