Heilige Nacht

Leicht, licht, frei. Man könnte mich wehen wie Wind. Das Schwere ist aus dem Weg, von den Schultern ist die Last. (Die letzten Wochen über die Gottesaufdringlichkeit mancher Menschen und Religionen nachgedacht, gestern über die Gottesfurcht. Gott als Vater, Projektion kindlicher Unterlegenheit, Lebensabhängigkeit und Angst. Dort kommen wir her. Personifizierende Interpretationsmuster. Gott als väterliche Gewalt, die Liebes- und Dankesschuld, auch die Demut. Schmeichelei ist Aggression auf Knien, stand auf den Bildschirmen der U-Bahn einen Tag lang, es war der 18. Dezember. Wenn Gott allmächtig ist, muß man ihn fürchten. Naheliegend demnach, ihn zu entmachten, als Vater. Da Macht aber nicht beseitigt, sondern immer nur umverteilt werden kann, trägt sie sich neu und gibt andere Befehle. Insofern wenig Neues. Man sollte gehorchen, aber man muß nicht.) In westlicher Ferne ein Silvesterknaller zur heiligen Nacht. Es ist still dort draußen, wo die nassen Straßen liegen, da hört sich jeder Lärm.


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