Es ist Nacht. Ich liebe die Nacht und schriebe „Hymnen an die Nacht“, hätte das nicht jemand anderes besorgt. Wenngleich – niemand hat die Hymnen reserviert oder abonniert. Die Hymnen sind frei. Jede Form ist frei, man darf sie für sich entdecken. Heute erschien als Sichel der Mond, schneidend klar, fern und kalt. Hymnen an die Nacht, ein Überschwang: Lobpreisung vordergründig abseitigen Lebens, Hinweis auf einen Hintergrund, der zu erschließen ist in Traum und Rausch. Vielfältige Versprechungen, mannigfaltige Enttäuschungen. Nicht jeder, der eintaucht, taucht wieder auf. Wer Fragen stellt, muß die Antwort ertragen. Die Nacht ist romantisch-poetisch aufgeladen, sie kann das aushalten. Wenn niemand mehr wach ist, sitze ich gern und atme die stillere Welt.
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