Handschriftlich

Während ich schrieb, setzte sich ein Paar. Er war Deutscher, sie Spanierin, sie sprachen Englisch miteinander. Nach einer Weile lehnte sie sich herüber und fragte vorsichtig, ob sie fragen dürfe, was ich in mein Büchlein schreibe. Ich sagte, sie dürfe fragen, dies sei mein Tagebuch, ich notierte dort Gedanken zu bestimmten Ereignissen, auch Eindrücke und Ideen, Gefühle und Meinungen. Ich wirkte sehr konzentriert dabei, sagte sie, worüber ich denn soeben geschrieben habe – sofern es mir nichts ausmache, darüber zu sprechen. Er nickte wohlwollend und war sichtbar erstaunt, wie neugierig oder wißbegierig seine Freundin ist. Da sie mir beide sympathisch waren, berichtete ich, was mich beschäftigt hielt: das Bemühen nämlich einer jeden Gesellschaft oder Gemeinschaft, den eigenen Nachwuchs auszubilden und mit Fertigkeiten auszustatten, damit das erreichte kulturelle oder zivilisatorische Niveau gehalten werden kann. Das ist eine Sache auf Leben und Tod, versuchte ich auf Englisch zu sagen; ich brachte es so ungefähr hin, sie nickten, schienen zu verstehen. Wir unterhielten uns noch eine Weile weiter, und als ich mich wieder über die angefangenen Zeilen beugte, hörte ich mit einem Ohr, wie sie weiter über das handschriftliche Schreiben sprachen und warum es wichtig sei, es zu üben und zu pflegen.


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