Blick zurück ins Tal

Fühlen und Denken sind bei mir jahreszeitlich. Saisonal unabhängig kann ich nicht sein. Luft und Licht sind Leben. Dazu singen die Vöglein ihre Weisen, fein und abgestuft, sie sind emsig. Der Winter war zu kurz, der Frühling zu lang – eine ausgedehnte Quälerei war das, die Sinne schmerzten. Nun ist alles da und gut. Ich muß nicht an ihn glauben, doch ich habe eine gewisse Vorstellung von diesem Wanderprediger, der für eine Umwertung aller Dinge eingetreten ist und der „die Welt verändert“ hat, wie sie heute sagen (optimistisch, selbstüberschätzend). Ob er sie gerettet hat, ist fraglich, ob sie zu retten ist, ebenso sehr. Vielleicht sind wir es, die der Rettung bedürfen. „Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens“, schrieb Rilke.


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