„Eines läßt mich von vornherein am Schaffensvorgang verzagen: daß ich nicht weiß, was ich sagen werde, oder vielmehr, ich weiß nicht, wie ich meine Brücke zwischen der nicht formulierten Welt und dem Bewußtsein bauen soll. Eine Sprache muß ich mir erfinden.“ Auch dieses Zitat stammt von ‚Saint-Ex‘, und es leuchtet mir ein, daß ein Flugzeugpilot zu wissen wünscht, wohin er fliegen und wo er landen soll. Das Schreiben aber gleicht eher dem Wandern, man setzt Schritt für Schritt (jeder Schritt ein Wort, jedes Wort ein Schritt), und erst im Rückblick ergibt sich der Weg, manchmal. Sich eine Sprache zu erfinden ist gut. Sie findet sich, indem man spricht. So auch jetzt; anfangs hatte ich nur das Zitat, jetzt bin ich losgelaufen und bemerke einen kleinen Pfad. Den könnte ich verlängern, schnurgerade mittels einer linearen Argumentation oder mäandernd und schlingernd wie das Wasser, das sich seinen Weg strömt und gewiß nicht weiß wohin. Das Meer nimmt es auf, uns der dunkle Tod.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.