Wir sind viel mehr als dieses Stückchen Biographie, an das wir uns in der Verzweiflung wie Schiffbrüchige an eine Planke des zerschellten Zwei-, Drei- oder Viermasters klammern. Ich bin manches Mal mit Humphrey van Weyden in der eiskalten Bucht von San Francisco baden gegangen, fast abgesoffen, als Kind, als Jugendlicher, und war matt und erleichtert, als die Ghost ihn auffischte, mich. Das bedeutet lesen, mit dabei sein. Willkommen an Bord eines dunklen Robbenschoners mit Kurs auf Japan – willkommen, denn kurz zuvor ist einer gestorben, die blöde Sau. Der Kapitän ist unberechenbar, ein menschliches Raubtier, ein verrücktes Genie der Selbstübersteigerung, mitleidlos (auch gegen sich selbst) und grausam. Die Mannschaft besteht aus Feiglingen, Rechtlosen und Versagern. Alle gieren nach Geld und einem Überleben im darwinistischen Selektionsprogramm, das der Autor der entfalteten Bewährungsqualen ihnen auferlegt. Mit bürgerlicher Empfindsamkeit und einstudierter Moral, wie sie im Geltungsbereich wenig kostet, ist es dort nicht getan. ‚Hump‘ erkennt das mit der Zeit und lernt sich zu behaupten, unter erheblichen Qualen, wird zum Lieblingsgesprächspartner des Teufels an Bord, seines „Herrn“ Wolf Larsen. Es mag grob sein, Geist und Materie derart aufeinander loszulassen. Doch jedes Zeitalter würgt an jeweils eigenen Ideen, kaut und versucht zu verdauen, was nicht einmal zu schlucken ist. Die Hälfte hängt noch aus dem Mund, etliche Stücke fallen zu Boden. Hunde und Kojoten wittern das und hoffen auf ein Beiseitetreten, auch ihre Zeit wird kommen. Hohe, mittlere, niedere Version einer Idee. Das wird gnadenlos durchexerziert, sonst ist der Versuch nichts wert.
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