Ich habe ein Katzenbuch gefunden, es lag eingestaubt zuunterst. Wer hat mir das denn geschenkt? Dachte jemand, ich sympathisierte mit Katzen? Ich sollte es vielleicht, denn genau in diesem Moment sind aufgebrachte Hunde zu hören, als wollten sie sich zerfleischen. Die Geräusche trägt der Wind herbei, es ist kurz nach Mitternacht. Sonst hat sich die Stille ausgebreitet. Ein Gewitter lief durch und brachte Abkühlung, es regnete. Ich habe beim Aufräumen noch anderes gefunden – vielleicht zögere ich das Aufräumen hinaus, um überrascht sein zu können. (Michel de Montaigne rühmte sein schlechtes Gedächtnis, es erlaube ihm, ein jegliches Ding so zu sehen wie zum ersten Mal.) Liegen lassen gilt für vieles – nicht allein die Dinge brauchen Zeit. Das Katzenbuch benötige ich jetzt nicht mehr. Ich werde es auf die Straße legen, Katzen sind beliebt.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.