Raum und Zeit teilen

Mit diesen Leuten steckst du im Tunnel fest, wenn was passiert. – Das denke ich oft, wenn ich einen U-Bahn-Waggon betrete. – Als wir gestern nach der Vollbremsung festsaßen, wurde es für einen Augenblick ganz still. Dann hörten wir die Stimme aus dem Lautsprecher: „Ich glaube, ich habe jemanden überfahren. Ich brauche Hilfe.“ Da gingen wir Männer nach vorn und eine Frau ging mit. Nachdem die Fahrzeugführerin den Waggon verlassen hatte, wurde es erneut still. Unter uns lag ein Mensch auf dem Gleisbett, aber wir konnten nicht helfen. „Manchmal geht so was ja schnell“, beruhigte ein Mann seine Freundin. Die Frau eines anderen sagte: „Aber die kann doch in ihrem Zustand jetzt nicht schauen, wer da liegt.“ Zwei junge Männer alberten in ihrem Digger-Jargon weiter, als sei gar nichts passiert. Unklar, ob sie überhaupt wußten, was los ist. Einige setzten sich um oder wechselten den Stehplatz. Da wurde auch schon die Tür zum nachfolgenden Waggon geöffnet und wir durften hinaus, Waggon für Waggon nach ganz hinten, wo es leuchtete und die Polizei stand und Schaulustige und Neugierige zurückdrängte. „Bitte räumen Sie jetzt sofort den Bahnsteig!“ schrie eine Polizistin in eine aufdringliche Menschengruppe. Uns kamen die Feuerwehrleute entgegen. Ihre Gesichter.


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