Während der großen Schauprozesse bezichtigte man sich als guter Kommunist selbst. Selbstreinigungskräfte der Partei. Idee und Wahn. Was ist schlimmer, fragen mich die Kinder, der Kommunismus oder der Kapitalismus. Ich schlucke und sage, beide gehören zusammen, sind aufeinander bezogen wie zankende Partner, von denen der eine nicht ohne den anderen ist. (Aber kommt ‚der Kapitalismus‘ nicht auch ohne ‚den Kommunismus‘ zurecht?)
Verkorkstes und antispirituelles Yin und Yang, ein Blödsinn, dem Opfermillionen dargebracht wurden.
Ich kenne kein positives Wort, das auf -ismus endet. Altruismus und Humanismus lasse ich als Behauptungen gelten – dann macht mal schön und zeigt uns was.
Egoismus ist solide und berechenbar, bleibt bei sich selbst, verspricht nichts Großes. Das tut nicht weh, das ist allgemein, das kann als kleine Lästigkeit verkraftet werden.
Ansonsten sind die Ismen scheußlich, Schulen künftigen Grauens.
Geht es ohne sie? Besorgt die Sprache, daß es sie gibt? Was macht man mit Ideen, mit Vorstellungen, mit Theorie? Man macht Praxis, und dafür muß gebüßt werden. Etwa so funktioniert kollektives Lernen, man mag es niemandem wünschen.
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