Tote Blumen

Nach dem Abend mit den beiden Singer/Songwriterinnen weiß ich, daß Lieder von der Liebe handeln, selbst jene, die angeblich nicht davon handeln. Die Liebe ist groß, jedesmal wieder, auch wenn die Kerle kommen und gehen. Sie gehen durch die Songs hindurch als ein Du, das ein Ich zu spiegeln hat; sie bleiben seltsam blaß, denn die Sängerinnen sehen nicht gut. Die Sängerinnen fühlen sich selbst, und das ist dann Liebe. Liebe ist Fetisch, wenn nicht Gottheit. Die Liebe soll richten, was bisher krumm und schief war, Liebe soll heilen. Irgendwann dachte ich leise zu ihnen: Jetzt ist aber mal Schluß, öffnet den Blick und steigt aus euren Beziehungskisten. Ihr seid ja schon ganz klein geworden vor Sehnsucht. Die Liebe, von der ihr singt, ist ein flaches Grab.


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