Fortschritt ist der Versuch, aus der Kreisbahn auszubrechen, um in eine andere Umlaufbahn zu gelangen

Schon wieder Weihnachten, seufzen manche. Ihnen wäre lieber, das Fest fiele aus. Aber fiele es aus, hätten sie nichts zu seufzen. Wiederkehr ist Bestätigung. Jahr für Jahr kommen, sind und vergehen Frühling, Sommer, Herbst, Winter. Hinzu die Feste und Feierlichkeiten, solche des Glaubens, des Wissens, des Gedenkens, der Beschwörung. Jahr für Jahr der eigene Geburtstag, Tag der Geburt: daß es uns geben wird, gibt, daß es uns gegeben hat. Verliefe „die Zeit“ linear, flögen wir hinaus ins Ungefähre, und niemals wieder begegnete uns ein Bekanntes. Wir dürften nicht länger kreisen und in Spiralen dorthin zurückkehren, wo wir einstmals waren und nun als Veränderte sind, an eben jenem, an diesem Punkt auf der Bahn um eine Mittelachse, die ins Nichts gerammt ist. Ich durchmesse die Riten der Wiederkehr und begegne mir selbst; ich lebe unter Menschen, denen ebensolches widerfährt. Wir sind Zeitreisende, wir sind Kreisende. Bilde ich mir das ein, oder schwindelt uns? Daß es gar keinen Halt mehr gibt! klagen die Alten. Daß man uns dauernd halten will! die Jungen. So fliegen sie und nennen es gehen. Umlaufbahnen beschreibend, Schritt für Schritt und langsam wie ein Mensch zu Fuß. Jede Entdeckung ist Wiederentdeckung, das Neue war immer schon da, nur wurde es eine Zeitlang nicht bemerkt. Die Ungeduldigen machen mich mittlerweile nervös. Jegliches hat seine Zeit. Man kann alles tun, wenn es soweit ist.


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