Unmögliches versuchen II

… und dennoch. Denn die soziale und mentale Gefangenschaft kann nicht hingenommen werden. Nicht einmal, wenn sie wahr ist. Man muß sich erheben gegen jeden Versuch, „den Menschen“ als lediglich determiniert aufzufassen: wonach er oder sie (du und ich) lediglich ausführend sind – ausführend, was uns führt und leitet, am Halsband, Nasenring oder den Verdauungs- oder den Geschlechtsorganen. Ständig dieses Reduziertwerden in Diskursen, die es sich leicht machen, da sie das Ungewöhnliche und Abweichende statistisch relativieren, folglich eleminieren. In diesen Diskursen sind wir ständig „nur“ etwas: nur Trieb, nur Tier, nur Gier, nur egoistisches Gen, nur Mängelwesen, nur Biochemie (Hormone, oh là là), nur Struktur, nur Befehlsempfänger, nur Funktion und damit auf ganzer Linie und immerzu eine Pleitefigur, eine demnächst exekutierte Ersetzbarkeit. Deshalb sich zur Wehr setzen, im Namen unmöglicher Sachen wie Freiheit, Selbstbestimmung, Souveranität. Jederzeit wieder versuchen, sich mit solchen Sachen durchzuschlagen, anstatt sich einzureihen in eine weitere Nur-Gemeinschaft.


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