Sieht man aufs Wasser aus Mondhöhe, erscheint es blau. Blau sind deine unergründlichen Augen. Blau ist der Himmel, wenn die Wolken woanders sind. Blau ist eine Chiffre, sagen sie, in den Gedichten des Gottfried Benn. Benn war Nietzsche-Schüler. Großer Mittag, Stunde des Schreckens, deshalb zu wesentlichen Teilen der Wahrheit. Sterblichkeit. Totes stirbt nicht. Insofern. Im Paradies züchteten sie Schnecken, die waren freundlich gedacht. Einer hatte genug von ihnen, sie zerfraßen seinen Kohl. Also warf er sie weit von sich, markierte sie zuvor, malte ihr Schneckenhaus an: blau, grün, rot, gelb. Jede Farbe stand für einen Tag. Als erstes warf er die Blauen fort, am zweiten Tag die Grünen, und so weiter. Nachdem auch die Gelben geworfen waren, wartete dieser Gärtner. Würden die Blauen die ersten sein, die zurückfänden ins Paradies der Kohlköpfe? Ich kenne die Antwort nicht, doch der Gärtner (aus dem Schwarzwald) kennt sie. Es war sein Experiment, ich gebe es hier (ohne zu fragen) bekannt. Schnecke sein. Wenn jemand mir sagt: „ganz entspannnt“, weiß ich, daß ein Stresser auf mich einspricht, einer, der schieben und schubsen will. Aber Blau ist die Farbe, die gut genug über solchem Unsinn steht. Ansonsten werden wir älter, wie seit ehedem.
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