Das Existentielle zieht ein. Die Späße verebben. Allmählich und sicher finden die Freunde zueinander – die, die sich brauchen werden. Menschen bestätigen sich ihrer Zugehörigkeit. Es gibt keine Panik, nur die Bedrohung. Etwas kommt auf uns zu, und wir sind nicht diejenigen, die entscheiden, ob es uns betrifft. Natur zeigt Macht. Wissenschaft ist Wissenschaft des Menschenschutzes. Auch dies wird nun klar, nachdem es vorher unklar war. Wir (falls ich das sagen darf) beginnen zu begreifen, wem wir was verdanken, begreifen auch, was wir zu befürchten haben. Und schon verbinden wir uns, denn „jeder für sich ist längst verloren“ (Keimzeit). Die Wahrscheinlichkeit gibt wenig oder alles her. Aber die Möglichkeit bedrängt – die Möglichkeit, daß es schlimm wird. Die Corona-Krise wird viele gute Auswirkungen haben, und sei es die, unseren In- und Außenspieler neuerlich ernstzunehmen.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.