Als ereigne sich Heiliges

Freitagabend, kurz nach neun Uhr abends. Ich gehe die Hermannstraße Richtung Flughafenstraße, will noch einkaufen. Ein Auto kommt vom Hermannplatz herauf, entlang des Friedhofs, vorbei auch an dem Haus, das nicht mehr steht. Sie haben es abgerissen, es klafft eine Lücke, wo es einmal war. Die Bauarbeiter arbeiten weiter, habe ich gesehen, während die Bürger in Büros Abstand halten oder von zuhause aus wirken. Ein einziges Auto nur, jetzt. Endlich kommt ein zweites in Sichtweite, wird lauter, rauscht vorbei. Es ist leise in Neukölln, mir ist, als ginge ich auf Watte. Nein, Schnee ist nicht gefallen, auch wenn es kalt war. Ich bekomme rote Stellen auf den Handrücken vom ständigen Händewaschen mit Seife. – Heiliges? Ich lasse meine Finger tippen, was sie tippen. Dies ist nicht automatisches Schreiben, daran glaube ich nicht oder praktiziere es ohnehin.


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