Für spätere Chronisten

Plagen, Seuchen, Verheerungen. Die Trockenheit der letzten beiden Sommer. Die Waldbrände in diesem Jahr, markant Australien, Brasilien. Das Insektensterben. Bei Tschernobyl brennt der „radioaktive Wald“. In Griechenland fallen Mauersegler und Schwalben tot vom Himmel, sie gerieten in eine gefährliche Drift. Erschöpfung. Blaumeisen sterben auf einem Korridor von Rheinland-Pfalz bis Thüringen. Rätselhaft. Dazu das Virus. Weiteres mag folgen, eins kommt zum anderen. Nein, dies ist nicht die Apokalypse, es gibt keinen Weltuntergang. Ich lese nur die Nachrichten aus alten Zeiten anders als zuvor. Manchmal häufen sich die Übel, das ist so. Mit den Deutungen möge man sich zurückhalten, sofern das möglich ist. Ich habe die Flüchtlinge unterschlagen, auch über die sprachen wir gestern auf dem Flugfeld im photogenen Sonnenuntergangslicht. Sie sind die Ersten, die vergessen werden, wenn es den Seßhaften ungemütlich wird.


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