Leopardensprung

Sinnlosigkeit fällt mich von hinten an wie ein wildes Tier. Ich will mich noch wehren, schlage um mich, treffe nicht. Zu Boden gehen. Anschließend den Bildbereich verlassen.

Druck spüren: auf der Brust und an den Schläfen, den feinen unmerklichen Mulden.

Hände vors Gesicht, damit niemand sieht, was los ist. Mich umsehen: wie schaffen die das. Der Verstand kollabiert, denn er kann, was ist, nicht mehr wegerklären.

Was ist? Ein Loch ist, tief und dunkel, darin sind die schönen Dinge verschwunden, jedenfalls ihr Zusammenhang untereinander und meine Verbindung zu ihnen.

Es gibt eine Form von (künstlich) geschaffener Wirklichkeit, die funktioniert so, daß sie mich nicht länger interessiert. — Dann macht das mal ohne mich, viel Spaß dabei. Der Wunsch bereits sarkastisch – Spaß an der Absurdität doch hoffentlich.

Einige Male bereits in meinem bisherigen Leben bin ich von hinten angefallen worden, und kein einziges Mal kam der Angriff überraschend.

Jedesmal hatte sie sich leise angeschlichen, kurz zu erkennen gegeben, dann wieder zurückgezogen, eine geraume Weile auf sich warten lassen, erneut in Erinnerung gebracht, zunehmend häufig, endlich schon wöchentlich, dann sprang sie mich an.

Sinnlosigkeit, das ist der nahe Tod bei lebendigem Leib und wachen Sinnen.


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