Von Manfred Krug soll der Satz stammen, die Freiheit trage er mit sich in der Brieftasche. Freiheit als finanzielle Unabhängigkeit. Die Gedanken sind frei, heißt es im Volkslied, bescheiden und defensiv. „Freedom’s just another word for nothin‘ left to lose“, Kris Kristofferson in Me and Bobby McGee. „Die Freiheit, die ma wü, muaß ma si nehmen, die kriagt ma ned zu kaufen und ned g’schenkt“, Wolfang Ambros in Die Freiheit. Freiheit als Besitzlosigkeit, Freiheit als Durchsetzungsvermögen. Freiheit als dies oder das. Freiheit von etwas oder zu etwas. Die Grenzen der Freiheit, das Versprechen der Freiheit. Über die Schrecken der Freiheit hört man wenig: alles jederzeit tun zu können – und nichts davon je zu beginnen; vor die Hunde zu gehen, zu verwahrlosen; in bodenlose Beliebigkeit einzusinken wie in einen Sumpf. Daß Freiheit mit Einsamkeit erkauft wird, ist bemerkt worden. Man spricht dann von falscher Freiheit. Müssen wir demnach die Freiheit dosieren und die richtige aus der falschen herauslösen? Dagegen wirkt die politische Freiheit wie grundsolides Vertragswerk, ausgehandelt von Generationen. Man soll die Staatsbürger nicht gängeln, das rächt sich.
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