Zwischen zwei Bäumen eine Hängematte

Kaum ist etwas erkannt, in Ansätzen vielleicht verstanden, später sogar vertieft und möglicherweise erprobt und angewendet worden, fällt es dahin und erstirbt den Tod alles Historischen. Die Menschheit – was für ein pompöser Begriff, und recht eigentlich nicht einmal ein Begriff – hat niemals Zeit gehabt, etwas in Ruhe und umfassend zu durchdenken. Die Menschheit als handelndes Subjekt fällt aus. Sie ist einer der vielen aktuellen Geister, mit denen wir es zu tun haben. Eine Kreation, ein Geschöpf der suchenden und begehrenden Phantasie. Doch das ist nicht das, was ich sagen möchte. Mich interessiert der permanente Sturz durch die Zeit, den wir erleben und den bereits unsere Vorfahren und Vorvorfahren erlebten. Niemals Muße gehabt, etwas in Ruhe zu überlegen und zu erproben. Alles bleibt zwischen Idee und Versuch hängen. Kaum wird etwas punktuell verwirklicht, geht es bereits wieder dahin. Woran liegt das? Was treibt uns, schiebt uns, zerrt uns? Woher diese Unrast? Es ist die des Lebens, scheint es. Denn das Leben fließt und stößt und drängt und gurgelt, da gibt es wenig Ausruhen, und noch des Nachts muß geträumt werden, damit das Hirn tags darauf wieder gereinigt und funktionsfähig ist.


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