Zu sein

Anfangs verläßt man sich auf die Wörter. Sie bilden dicht bei dicht und verbunden das Pflaster, auf dem die Schritte sind. Später werden sie (die Wörter) zu einem Knüppeldamm, auf dem man sich durch ungünstiges Gelände voran bewegt. Endlich fehlen sie vollständig (die Wörter) oder fast, und es ist schwer, von dort aus, wegzukommen. Solange ich Worte finde, bin ich nicht verloren. Wenn ich keine mehr finde, sehr wohl. Deshalb übe ich schweigen. Und kaum rede oder mitteile ich mich, erscheint mir das wie Verrat. Behalte deine Schätze für dich, rufe ich zur Ordnung. Aber oh, wie sehr bin ich Mensch, und damit längst nicht fertig. Zuweilen das Gefühl, ich hätte eben erst angefangen damit.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Zu sein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert