Rumor nannte Botho Strauß seinen 1980 erschienenen Roman. Er handelt von einem Außenseiter, der der Gesellschaft unmöglich geworden ist und achtgeben muß, daß er sich gegen die Strömung zu erhalten weiß. Rumor ist das Gerücht. Ich kenne das Zeitwort ‚rumoren‘ aus meiner Kindheit: Oma rumort noch in der Speisekammer. Das heißt: Sie tat dort noch etwas, aber niemand wußte, was genau sie dort tat. Dafür gab es dieses Wort. In mir rumort es seit längerem. Das heißt: In mir tut sich etwas, aber ich weiß nicht, was genau sich dort tut. Es wird ausbrechen, so viel ist klar. Da ich die Freiheit nicht fürchte, wird das ein Fest.
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Im Rumor bildet sich der Furor heran, den, wenn er ausbricht, es mit Hilfe der Sprache zu bändigen gilt.