Vor etlichen Jahren lernte ich ein Wort kennen, das ab und an zu mir zurückkehrt. Es ist kein schönes Wort, eher kalt und berechnend. Es lautet „Beziehungsabbruchkosten“. Ich erinnere mich noch an die Ausführungen, die der Vorstellung und Diskussion dieses Wortes in einem Radiobeitrag beigegeben waren. Ein jeder Mensch, hieß es sinngemäß, sei bestrebt, die Kosten hoch zu halten, sofern ihm oder ihr an einer Fortsetzung der Beziehung gelegen sei. Die Kosten sind solche des Verlusts, denn es soll – so die Argumentation – dem anderen schwerfallen, uns zu verlassen und die Beziehung abzubrechen. Solange ich meine Beziehungsabbruchkosten hoch genug halte, werde ich nicht verlassen, nicht gekündigt, nicht aufgegeben. Mir gefiel das Wort von Anfang an. Halte dich wertvoll, lautet seine Botschaft. Nicht das Ökonomische daran gefällt mir, sondern das Kalte. Wo alles warm und wärmer, wenn nicht heiß wird, kann ein kaltes Wortungetüm wie Beziehungsabbruchkosten Wunder wirken. Mach es den anderen nicht zu leicht, dich aufzugeben oder zu vergessen – es sei denn, du willst das.
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