Pülleken

Gehaltvoll und frisch war mein letzter Beitrag zur Krisenreaktion der deutschen Premiumbrauereien auf den zwischenzeitlichen Boom der handwerklich gebrauten Biere kleinerer bis winziger Konkurrenten. Nun trinke ich „helles Pülleken“ von Veltins aus einer 0,33-Liter-Flasche, die eine Kleinausgabe der 0,5-Liter-Standard-Pfandflasche ist und mich entzückt. Auf dem Etikett tragen zwei lustige und angetrunkene Gesellen ein Faß von links nach rechts; im Faß steckt der Narr und reißt Possen, faßt dem hinteren Träger an die Mütze, will sie ihm wohl stiebitzen. Dieses „sympathische Motiv in freier Anlehnung an die historische Veltins-Werbung aus den siebziger Jahren“ soll eine „heitere und gesellige Stimmung“ unterstreichen. Das Bier soll „gute Laune und Lebensfreude“ verbreiten, schreibt die Brauerei auf dem Rücketikett. Die haben wir nötig, ich spüre das sehr, das kleine Fläschchen mag helfen. Tradition und Moderne die Zweite. Nächstens lassen sich Leute in Sänften herumtragen.


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