„Worüber es nur Vermutungen gibt: Wer Jimmy Hoffa wann und wo tötete…
- … ob Hoffa in einem als Verhandlungsort angemieteten Haus erschossen, mit einer Injektion betäubt und in einem Garten oder auf einem Feld exekutiert, mit einem Spaten niedergeschlagen und lebendig begraben, schon im Auto ermordet oder an einen anderen Ort, in eine andere Stadt, ein anderes Land gebracht wurde – und ob seine Leiche sodann…
- … in eine Öltonne gestopft oder in den Kofferraum eines Schrottautos gelegt wurde, das in einer Ford-Schrottpresse in Detroit landete;
- oder der Leichnam in winzige Stücke zerhackt und mit Beton vermischt wurde, um danach Teil des Tribünenbaus auf Höhe der 10-Yard-Linie im New Yorker Giants-Stadion zu werden;
- oder in Florida im Sumpf an die Tiere verfüttert wurde;
- oder in einem Container oder Fass verpackt nach Japan verschifft wurde, Endstation Schrottpresse;
- oder in einem Fettverarbeitungsbetrieb entsorgt wurde, der – womöglich nicht zufällig – abbrannte, bevor man ihn durchsuchen konnte;
- oder ob die Leiche von der New Yorker Verrazzano-Narrows-Brücke hinab in den Hudson gestürzt und weiter in den Atlantik gespült wurde.
Jede dieser Theorien vertreten Zeugen oder Experten – und die Liste ist nicht einmal vollständig. Bei der Vielzahl der Orte, die um die zweifelhafte Ehre konkurrieren, zu Hoffas letzter Ruhestätte geworden zu sein, könnte man sagen: Hoffa ist quasi überall.
Genau so wirkte es auch, als er auf dem Höhepunkt seiner Macht war.“
Frank Patalong: Der Tag, als Jimmy Hoffa verschwand. Spiegel-Geschichte, 30.7.2020
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