Das war die Überschrift, eine Art Bezeichnung, für einen Typen, der sich an keine Werte mehr binden kann, aber auch nichts in Aussicht hat, wohin es warm und freundlich ihn zieht. Ausgeleert und skrupellos, und dann bleibt nichts, außer dem Erfolg. Erfolg bedeutet Anerkennung, Applaus, Aufstieg, Genugtuung, sogar Tröstung, ein paar Erfolgsrunden lang. Später dann was? Billig genug, diese Frage, Antwort: mehr Erfolg. Eine Währung gilt nämlich, die quantitative, die läßt sich zwar verachten, aber nicht für ungültig erklären. Denn aus der Quantität läßt sich Qualität machen: Materialisierung, Sichtbarmachung, Prestige. Partys, Pools, Prominente. Die Boulevardpresse fällt ein, die Zigarre qualmt, ein Name in aller Munde, Rampenlicht, falsche Freunde. Auch das noch. Kaufmännisch erzogen, Soll und Haben, Anständigkeit. Üb immer Treu und Redlichkeit. Doch damit wird man nichts, damit kommt man nicht nach oben, damit bleibt man provinziell. Der leere Mensch benötigt mehr, denn er weiß nicht, wer er ist, ahnt es dunkel, schreitet aus. Zur Not auch sterben, besser dies sogar, als jenes, wofür sie ihn auserkoren haben, diese bescheidenen Menschen seiner Herkunft. Die stammeln ein paar ausgelutschte Glaubenssätze, nicken links und nicken rechts, die sind ahnungslos wie kleine Lämmchen. Der leere Mensch aber möchte ein Wolf werden, ein grausames und räuberisches Tier. Vom Blut des Lebens möchte er sich stillen, und er bekommt, kaum angefangen damit, nicht mehr genug. Nicht mehr genug. Warum sind die anderen so friedlich, so erbärmlich, so klein. Wie kann man sich begnügen, da es mit ein wenig Aufwand so viel zu ergattern gibt. Berauscht von sich selbst läuft der Trip noch besser. Andere nehmen Drogen – Anfänger. Fortan in die Kälte, weiter nach oben, nietzschemäßig, hochgebirgsmetaphorisch, adlerhaft. Dazu dieses Saugen, nasses Saugen an der Zigarre, heinermüllerhaftes, brechtsches, peymanneskes, hollywoodeskes Saugen, orales Bedürftigsein, der Überfluß, ein Mangel, wohin sich werfen, wenn nicht dorthin, wo gespendet wird, diese willenlosen Brüste des Lebens. Es ist zum Verrücktsein, denn es gibt keine Rast. Keine Ruhe, keine Bleibe.
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