Keine Panik

Wie lang der Wind ist, denke ich in dieser Straße unter dem Lindenbaum. Ein langer Wind? Die Straße mag lang sein – aber ein Wind? Der zieht hier durch und löst die lockeren Blätter von den erschöpften Zweigen. Er ist ein Atmen in tiefen Zügen, ein Seufzen sogar. Alles hineingelesen, ich weiß schon. Es wird früh nun dunkel, und der Abend beeilt sich in die Nacht. Fenster schlagen, das macht auch der Wind, obwohl er es nicht will. Der Wind will nichts, sagt nichts, seufzt nicht. Mir sitzt eine Spinne am Kragen, die hat sich dorthin abgeseilt. Mit sanftem Nachdruck befördere ich sie ins Efeubeet. Hier hängt ein Kaugummiautomat an der Hauswand, der wird noch befüllt. Manche Dinge ändern sich nicht, schaut man genau hin, sind es die meisten.


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