Da kommen sie an mit ihren Jubiläen

Kritiker wollen, aber sie können Künstler nicht verstehen. Sie können Werkanalysen anfertigen, Zusammenhänge aufzeigen, Strukturprinzipien entdecken, Interpretationshilfen anbieten, Deutungsversuche unternehmen. Aber einen Menschen und sein Werk verstehen – den Zusammenhang zwischen Leben und Werk aufzeigen? Wer kann denn wen hier verstehen? Was soll denn damit gemeint sein?

Nachrufe auf Jimi Hendrix gelesen und wie sehr er seiner Zeit voraus war. Aber was heißt das: seiner Zeit voraus? Offenbar doch dies: nicht erneut machen, was allseits getan wird; nicht neuerlich unter Beweis stellen, was bereits bewiesen ist. Doch klingt das heroisch, absichtsvoll und geplant. Könnte nicht das Gegenteil der Fall sein? Gab es nicht vielmehr eine Drift, eine unergründete Lust des Möglichen?

Der würde auch ich folgen, wenn ich Gitarre spielen könnte. Ich würde meinen Klängen folgen bis ans Ende der Welt. Wohlan, so müssen die Worte es tun, scheinbar wohlbekannt, andererseits unentdeckt. Einst werde ich tot sein, das verspreche ich jetzt.


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