Laß es kalt werden

Der Prunk dieser Tage nimmt zu und wird noch wachsen. Die Kälte folgt der Kühle, Rauhreif überzieht glitzernd die pflanzlichen Häute. Rot und weithin leuchtend flammt das Weinlaub auf, wie eine Warnung. Nehmt euch in acht, ihr Lebensfreunde, der kalte Tod reitet bald schon durch kahle Alleen. Sein Hufgeklapper vernahm ich zuletzt zehn Jahre zurück, da lief ich nächtens über das Eis des Landwehrkanals und paßte dort auf, wo unter der Kottbusser Brücke die Enten eine Wasserloch freihielten. In der Ankerklause tranken sie noch – Nachtgäste, die nicht schlafen können oder wollen. Ich stieg ans Ufer und stapfte durch die Graefestraße heimwärts. Schnee knurpste unter den Sohlen, ich muß eine Mütze getragen haben. Wie es sich schläft nach einer Wanderung, einer Erkundung, einem Ereignis.


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