Zueignung

Manchmal ist mir etwas feierlich zumute, dann möchte ich den Menschen, die ich liebe, bewundere oder schätze, sagen, wie sehr ich sie mag und auch brauche – sofern sich das sagen läßt, ohne jemanden dadurch in die Pflicht zu nehmen. Niemand steht bei mir in der Pflicht, ich will auch nicht nehmen. Vielleicht ist dieses Feierlichkeitsbedürfnis nun gesteigert durch die abstrakt-konkrete Bedrohung, in die uns die Pandemie versetzt oder das, was über sie bislang bekannt ist. Ich bin zuversichtlich, daß es nicht ganz so schlimm wird. Nur weiß ich nicht, was ich mit ganz so schlimm meinen kann. Wir brauchen Glück, und da wir uns auf Glück allein nicht verlassen können, brauchen wir konsensfähige Vernunft nach Maßgabe jeweiligen Wissens. Aber ich schweife ab. Ich möchte feierlich sein manchmal, denn ich weiß, wie schnell der Tod sein kann.


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