Alle hier dargestellten Ereignisse und Handlungen haben sich so zugetragen – die Vermutungen des Beobachters sind als solche gekennzeichnet

Für die Fliegen geht es zuende. Eine sehr zierliche sitzt seit Stunden auf dem Bildschirm, bewegt sich kaum. Der Untergrund, auf dem sie sitzt, vibriert ein leises wenig, vielleicht tut ihr das gut. Die Helligkeit mag ein Gutes dazu tun. Da ich Mensch bin, vermenschliche ich Tiere. Die Tiere tun es umgekehrt? Ich denke mir, daß die kleine Fliege döst und träumt und sich erinnert an einen Sommer voller Abenteuer und guter Nahrung. Noch ist Kraft in ihr, sie klettert den Kunststoffrahmen des Bildschirms nach oben. Jetzt blickt sie in meine leere Kaffeetasse. Das bringt mich auf die Idee, sie aufzufüllen – in der Thermoskanne ist noch was. Daß ich das schreibe, bringt die kleine Fliege auf die Idee, sich auf den Rand der Tasse zu setzen und einmal im Kreis zu gehen. Ich gebe acht, sie beim Eingießen nicht zu verbrühen. – Nein, das Eingießen stört sie nicht, wohl aber die aufsteigende Wärme des Getränks. Sie sucht einen neuen Lande- und Ruheplatz, findet ihn auf den kleinen Lautsprecherboxen, aus denen Musik kommt. Leises Vibrieren, Lost in the Light von Quiet Life. Kurz auf meinen rechten Zeigefinger, leiseste Berührung. Und zurück auf den Tassenrand.


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