Ein unmerklicher Wink mit der freien Hand

„Ich liebe den Verrat, aber ich hasse die Verräter.“ Wahlweise soll das Gaius Julius Caesar oder eher noch sein Großneffe Gaius Octavius, der spätere Kaiser Augustus, gesagt haben. Ich stoße auf den Satz, da er eine gewisse Rolle in der Serie Barbaren spielt, die den Aufstand der eingeborenen Stämme gegen die römischen Truppen unter Führung des Senators Publius Quinctilius Varus im Jahre 9 nach unserer Zeitrechnung fernsehtauglich reinszeniert. Was soll man von einem solchen Satz denken? Er gebührt einem Machtmenschen, der seine Machtmittel gutheißt, aber nicht diejenigen, die sie für ihn einsetzen. Immerhin ehrlich – gleichzeitig auch dumm, sich bei einer solchen Äußerung belauschen zu lassen. Caesarenwahn, hallt es aus dem Schulgeschichtsunterricht nach – doch befürchte ich, meine Lehrer von damals und ich jetzt haben nicht annähernd eine Vorstellung davon, was damals ein Caesar war, nämlich eigentlich ein Gott.


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