Alles rein physisch

Als Kind hatte ich Nasenbluten, es war eine Plage. Dauernd lief es aus mir heraus. Eine Zeitlang war dann Ruhe, aber mit Mitte dreißig kam es mit einem Mal wieder. Ich war ungesichert, fürchtete um Job und Zukunft, befand mich in einer fremden Stadt. Es begann während der Busfahrt zu einer Bewerbung, ich hatte kein Taschentuch dabei. Eine Frau, die ebenfalls nach Pattensen fuhr, half mir aus. Bei der Postzentrale angekommen – ich wollte dort als Transportarbeiter anfangen – musterte mich die Rezeptionistin, als sei ich ein Irrer. Aber in ihrem Blick war auch eine Spur Mitgefühl. Im Spiegel der Herrentoilette sah ich, wie ich aussah. Blutreste um Nase und Mund. Das Bewerbungsgespräch war okay, sie wollten nicht viel wissen, brauchten jemanden.


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