In diesem guten Moment …

… bin ich auch dankbar und glücklich, daß „das Leben“ mir die Lektionen, die ich benötige, zuspielt und gönnt. Prosaisch gesagt: daß es ab und an wirklich eng wird. Ich will auf nichts Frömmlerisches hinaus, hänge keiner Richtung an, vertrete nichts und niemanden. Mir ist nur so (aus freiem Herzen), daß ich zeigen und sagen möchte, wie sehr ich gerade jetzt, in diesem guten Moment, zu verstehen meine, worum es sich dreht und was hier vor sich geht. Es läßt sich nicht „auf den Punkt bringen“, denn ließe es sich auf den Punkt bringen, würde jemand den Punkt nehmen wollen und für sich haben. Da paßt es recht gut, daß ich „Erbseneintopf nach Bundeswehrart“ koche. Es duftet nach Majoran. Ich erinnere mich, wie ich mit sechzehn süchtig war nach Hundert Jahre Einsamkeit. Der Titel setzte in mir sonstwas in Gang. (Aufmerksam gemacht wurde ich durch Uwe Timm, denn in Heißer Sommer oder Kerbels Flucht liest jemand dieses Buch der Wunder.) Zurück zu den Erfahrungen diesseits der Buchwelt. Ich weiß längst, daß ich mit einem zünftigen Weiter so! nicht weiterkomme. Ich brauche meine Schwierigkeiten, benötige Engpässe, Krisen, die Herausforderungen (Komm heraus, der du dich versteckst!). Ich muß durch sie hindurch, mich prüfen lassen – und zittere oft genug. Ach, kann es nicht bleiben wie immer? Nein, kann es nicht. Der Geist muß wachsen, dazu braucht er echte Aufgaben, nicht nur solche aus der Gesellschaftsordnung.


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