Geschichtsschreibung solle darstellen, „wie es wirklich gewesen war“ (Leopold Ranke). In der Wikinger-Serie, die ich schaue, taucht nun erstmals einer auf, der von „das Volk“ spricht und sich als denjenigen feiert und feiern läßt, den das Volk ausersehen habe, König von ganz Norwegen zu sein. – Dies macht stutzig, wenngleich es „Populismus“ zu allen Zeiten gegeben haben mag. Aber ist es ratsam, die Fernseh-Wikinger in unseren Problemhorizonten herumspringen zu lassen, oder andersherum: unsere Demokratieschwierigkeiten in den Wikinger-Kontext zu dichten? Wie war es wirklich? Stets schreibt die Gegenwart die Geschichte und bereitet sie sich auf wie ein Gericht, das zu verschmausen oder zu verschmähen ist (entlang eigener Interessen und Leitlinien des Fragens). Also, von mir aus auch Populismus bei Harald Schönhaar (852-933). Anders wird man nicht König von ganz Norwegen, wird Michael Hirst, der Erfinder von Vikings, sich gedacht haben.
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