Jeder kennt den Typ des Stänkerers. Er ist derjenige, der sich etwas später zu Wort meldet. Von Haus aus feige und ideenlos, legt er sich dann ins Zeug, wenn er herausgefunden hat, daß er nicht der einzige Unzufriedene im Raum ist. Zuvor hat er sich Mut angetrunken. Mit Andeutungen beginnt er und tastet sich langsam vor. Der Stänkerer ist einer von den Frustrierten, angefüllt mit Mißgunst und Neid. Sollte er je Ambitionen besessen haben, weiß er über ihr Verbleiben keine Auskunft zu geben. Schuld sind die anderen, wenn man ihn fragt. Die Welt – das weiß er – ist schlecht und Menschen taugen nichts. Daß er von anderen spricht, sollte nicht täuschen. Vor einer handgreiflichen Macht würde er auf die Knie fallen, seine Sünden herunterbeten und um sein Leben flehen. Er ist ein Faß voll Jauche, das sich ausgießt und schnell wieder füllt. Er will aufwiegeln und Zwietracht säen. Worin liegt seine Aufgabe – wie dient er dem Ganzen? Immerhin zeigt er etwas an: Wenn er Zuhörer und Zustimmung findet, ist die Sache, die er schlecht riechen machen möchte, noch wacklig aufgestellt. Er tritt regelmäßig auf, wo Menschen Freude empfinden oder ein guter Plan reift. Die Mürrischen lehnen ihn übrigens ab, er ist ihnen zu opportunistisch. Sie können allein mit sich sein und vor sich hin grummeln – ihn dagegen drängt es ins Gewimmel, schließlich will er wirken.
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