Manchmal frage ich mich, warum wir nicht alle auf der Stelle verrückt werden. Oder nach und nach, es müssen nur ein paar von uns anfangen. Brabbelnd durch die Straßen laufen, Häuserwände anschreien, zu Leuten sprechen, die es nicht gibt. Im Park Bäume umarmen, stundenlang. In Beeten herumstochern nach dem letzten Stück Altlaub und jedes Blatt beim Namen nennen. Sich auf die Schienen stellen, breitbeinig und überlebensmutig, und den Zug zum Stoppen bringen. Mach nicht den Lokführer zum Mörder, Hase! Über Automobile schreiten, während sie im Stau stehen und weder vor noch zurück können, fröhlich dabei, ohne Haß. Für all dies gibt es Vorbilder – aber sie sind stets „die Anderen“ und viel zu wenige. Wie kann das hier funktionieren? Man staunt (ich staune – aber sicher staunt noch jemand mit). Indem sich ein jeder fast jederzeit zurücknimmt. Aber wohin nimmt man sich eigentlich zurück, wie lautet dein Rückraum? Manche sagen schöne Wörter wie: die Familie, mein Garten, Liebe zur Natur, das Gebet, eine Erinnerung, mein Innerstes. Klotzig marschiert die Zeit über uns hinweg, geräuschlos wie ein Angriff aus dem Nichts. Ich frage lieber die Jüngeren (die Alten wissen schon alles), eine sagt: Vielleicht sind wir längst verrückt.
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