Entfernte man den Januar aus dem Kreis der Monate (und Monde), würde er fehlen. Der Kreis muß ganz durchschritten sein. Einmal in meinem Leben verbrachte ich einen Wintermonat auf der Südhalbkugel und kehrte zurück in den Schneeregen eines nassen Februars. In dem Land, das ich bereiste, warteten sie sehnlichst auf Regen. Jede Wolke, die am Himmel erschien (es waren wenige), wurde beschworen: sie möge Vorbote weiterer Wolken und der nötigen Niederschläge sein. Blieben sie aus, würden sie die Weidetiere schlachten müssen, bei runinösen Marktpreisen. Die Anspannung war groß und wuchs von Tag zu Tag – sie wich einer Gereiztheit, so daß es besser war, die Farmer nicht unnötig anzusprechen. Unser Januar ist der schwarze Monat, eine Tagesserie lauter Nullpunkte. Nicht absolut null, aber nahe null. Man zieht sich zurück, schläft oder ruht, geht die Dinge langsam an. Auch die Dinge wollen nicht so recht. Daß im Schul- und Arbeitswesen so getan wird, als seien die Monate gleich und die Jahreszeiten einerlei, deutet auf einen Mangel an Vernunft. Auch wer jetzt viel von sich verlangt, darf ein Einsehen mit sich haben. Überleben ist die Hauptfunktion. Tritt hinzu noch die Isolation, seuchenbedingt und insofern, wird gehofft, einmalig. Eine andere Form der Gereiztheit tritt auf.
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