Samstag (wir zuhause sagten Sonnabend)

Die Tage sind schon ein bißchen länger. Es hat geregnet, große Pfützen stehen auf dem Asphalt. Ihre Formen und Umrisse, das sind kleine Seen, und man könnte Nußschalen aussetzen und sie über das Wasser senden. Einmal laufe ich mitten durch eine Pfütze und merke es nicht (es ist schon dunkel auf dem Feld). Dann ist mir, als hätten sich meine Stiefel in etwas verfangen, einer Plastikfolie oder einem Stoffetzen (ich höre Musik und nicht das Platschen meiner Füße im Wasser). Dann sehe ich nach unten und weiß, was los ist. Dann bin ich bereits wieder draußen, und so tief war sie wohl nicht. Die Pfütze. Dann gehe ich durch die Menschen hindurch und höre sie nicht. Ich höre Musik. Die tote und aufgerissene Taube liegt nicht mehr vor der geschlossenen Bar. Man konnte ihre Rippen erkennen. Ich wollte sie photographieren, ließ es dann doch. Kadaver sind ein Anblick. Baudelaires Gedicht. Im Rewe-Markt haben sie kein Anfeuerholz, ich laufe weiter. In den Bauhaus-Baumarkt dürfen nur Gewerbekunden und solche, die Waren vorbestellt haben und sie abholen möchten. Sie stehen in Schlange. Im Reichelt haben sie Anfeuerholz, da stehe ich in Schlange an der Kasse und zahle in bar. Während ich warte, erinnere ich mich an gestern. Da war ich plötzlich glücklich, als ich Transcendental Blues hörte. Steve Earle. Dann setze ich mich an den Schreibtisch und schreibe diese Zeilen. Vielleicht schreibe ich später noch mehr.


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